Volkskrankheit Depression

Volkskrankheit Depression

Abwarten und zögern bei Schwerhörigkeit schadet.

Depression gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten Erkrankungen. Auslöser kann auch eine unbehandelte Schwerhörigkeit sein.

Fast 20 Prozent der Menschen erkranken irgendwann in ihrem Leben mindestens einmal an einer Depression oder einer chronisch depressiven Verstimmung (Dysthymie), so die Angaben des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. In diesem Blogbeitrag informieren wir über diese zweithäufigste Volkskrankheit und den Zusammenhang zwischen Depression sowie unbehandelter Schwerhörigkeit.

Ursachen und Risikofaktoren für Depression
Wie Depressionen genau entstehen, ist bisher nicht bekannt. Besonders Frauen und Menschen unter 70 Jahren haben ein höheres Risiko an Depression zu erkranken.

Diese Faktoren können die Krankheit begünstigen:

ein erblich bedingtes erhöhtes Risiko, weil die Erkrankung auch schon bei Familienmitgliedern häufiger aufgetreten ist.
belastende Erlebnisse, zum Beispiel Missbrauch oder Vernachlässigung, aber auch schmerzhafte Trennung oder der Tod eines geliebten Menschen.
chronische Angststörungen in der Kindheit und Jugend, verbunden mit mangelndem Selbstvertrauen und Unsicherheit.
unbehandelte Schwerhörigkeit: Oft nicht bekannt ist, dass es zu Depressionen kommen kann, wenn die Hörfähigkeit abnimmt.
biochemische Veränderungen: Man hat festgestellt, dass bei einer Depression der Stoffwechsel im Gehirn verändert ist und Nervenreize langsamer übertragen werden. Auch
bestimmte Botenstoffe und hormonelle Veränderungen können eine Rolle spielen.
körperliche Erkrankungen wie ein Schlaganfall, ein Herzinfarkt, eine Krebserkrankung oder eine Schilddrüsenunterfunktion.
belastende Lebensumstände: zum Beispiel anhaltender Stress, Überforderung oder Einsamkeit.
Lichtmangel: Manche Menschen reagieren auf den Mangel an Tageslicht in den dunklen Herbst- und Wintermonaten mit einer Depression.

Hörverlust kann zu Depressionen führen
Für Menschen mit Hörminderung, die keine Hörsysteme verwenden, ist es schwierig, mit anderen Menschen zu kommunizieren. In familiäre Situationen, in Gesellschaft oder in der Arbeit entstehen durch die unbehandelte Schwerhörigkeit oft Stress, Müdigkeit und dann, als Folge, sozialer Rückzug und Isolation. Letztere führen vermehrt zu Depressionen. Eine Studie des US-Amerikanischen National Institute on Deafness and Other Communication Disorders belegt einen starken Zusammenhang zwischen Hörverlust und Depressionen.
Nach der Selbsteinschätzung der Befragten litten nur 4,9 Prozent mit ausgezeichnetem Hörvermögen, 7,9 Prozent mit gutem Hörvermögen aber 11,4 Prozent mit einem mäßig bis stark geminderten Hörvermögen an einer Depression. Im Allgemeinen stieg die Häufigkeit von Depressionen mit dem Grad der Hörminderung, mit Ausnahme von Gehörlosen.
Die Forscher und Ärzte empfehlen, dass man bei Verdacht auf Schwerhörigkeit schnell handeln sollte und raten allen Betroffenen dazu, einen HNO-Arzt aufzusuchen und einen Hörtestdurchführen zu lassen. Eine erste, schnelle Überprüfung ist auch bei uns im Geschäft möglich. Der Hörtest ist kostenlos.

Typischen Merkmalen für eine Depression
Man unterscheidet zwischen diese Haupt- und Nebensymptomen.

Hauptsymptome sind:

– gedrückte Stimmung, Traurigkeit, Niedergeschlagenheit
– Desinteresse und Freudlosigkeit
-Antriebsmangel und schnelle Ermüdung, oft schon nach kleinen Anstrengungen

Nebensymptome sind:

– Appetitlosigkeit
– Schlafstörungen
– Konzentrations- und Entscheidungsstörungen
– geringes Selbstwertgefühl, Schuldgefühle
– negative und pessimistische Zukunftsgedanken
– Selbsttötungsgedanken oder -versuche

Überlassen Sie Depressive nicht ihrem Schicksal
Die Depression wird in der breiten Öffentlichkeit vor allem als psychische Reaktion auf widrige Lebensumstände angesehen und weniger als Erkrankung im medizinischen Sinne, die jeden treffen kann und Betroffene ärztliche Hilfe benötigen. Viele halten irrtümlich auch Charakterschwäche für eine Ursache. Schokolade essen und Urlaub helfen nur sehr bedingt gegen Depressionen. Viele Betroffene erkranken so schwer depressiv, dass sie von sich aus nicht mehr die Kraft aufbringen, um Hilfe zu suchen.
Dann ist es sehr wichtig, dass Angehörige ihre Unterstützung anbieten. Suchen Sie gemeinsam mit dem Patienten einen Arzt auf, der eine gründliche Untersuchung durchführt und auch verschiedene körperliche Ursachen, wie eine unbehandelte Schwerhörigkeit, überprüft. Für Menschen mit einem erhöhten Risiko für wiederholte Depressionen kommt eine schützende Langzeitbehandlung mit Medikamenten infrage, um Rückfälle zu vermeiden. Anderen hilft eine längere ambulante Psychotherapie.

Quelle: https://www.ihr-hoergeraet.de/volkskrankheit-depression-hoersysteme-koennen-vorbeugen/